Geschichte

Unser Ehrenmitglied Hans Lander hielt 1998 in der Entstehungschronik des Vebandes folgendes fest:

In kurzen Zeilen möchte ich heute Rückschau halten über die Entstehungsgeschichte unseres Verbandes vor 40 Jahren. Warum wollten sich die Totengräber und Friedhofwärter des Kanton Luzern organisieren?

Unser Ehrenpräsident, Franz Graf aus Emmenbrücke, erkannte bald: Allein, ist man schwach, doch vereint, da ist man stark.
Durch verschiedene Kontakte mit seinem Kollegen, dem Bildhauer Herr Stadelmann aus Ruswil, auf den verschiedenen Friedhöfen des Kantons, wuchs in Franz Graf der Gedanke, beim Friedhofwesen innerhalb des Kantons sollte sich etwas verändern. Stellte er doch immer wieder fest, dass es in verschiedenen Gemeinden auf dem Sektor Friedhof verschiedene Mängel gab. Es haperte bei der Ordnung, wie auch bei der finanziellen Entschädigung der einzelnen Friedhofleute.

Franz Graf sprach mit seinem Vorgesetzten, Herrn Hermann Kündig, Gemeindeammann von Emmenbrücke, darüber. Dieser war von den Argumenten überzeugt und wollte mithelfen die festgestellten Missstände zu beheben. Herr Kündig, wie ein guter Stern am Himmel gesandt, nahm die administrativen Arbeiten, die zur Gründung unseres Verbandes führten, sogleich an die Hand. Es war eine grosse Arbeit alle Leute, die in dieser Sparte tätig waren, im Kanton zu eruieren. 1957 wurden die Einladungen an die aktiven Friedhofleute des Kanton Luzern verschickt. Woran 2 Jahre lang gearbeitet wurde, nahm plötzlich Gestalt an.

Die Arbeit des Verbandes wurde anfänglich dadurch erschwert, dass eine gute Zusammenarbeit mit dem Kant. Gemeindeammännerverband nicht gegeben war. Doch gilt auch hier, gut Ding will Weile haben. Unser Verband ist von den Behörden nun anerkannt und unsere Tarife sind von den Gemeinden anerkannt.

Auch das soziale Element hat sich sehr verbessert. So weiss man von einem Mitglied, das für das Öffnen und Schliessen eines Grabes Fr. 45.—erhalten hat. Viel zu wenig, wenn man bedenkt, dass für diese Arbeit mehr als einen Tag benötigt wird. Der Untergrund des Bodens, das Arbeiten bei jeder Witterung, stets jeden Tag auf Abruf bereit zu sein, und so wären noch mehrere Punkte zu erwähnen, die die Arbeit eines Totengräbers beeinflussen. Daraus lässt sich erahnen, dass beim erwähnten Tarif kein grosser Stundenlohn gerechnet war. Wir heutigen Mitglieder dürfen den Gründungsmitgliedern sicher dankbar sein, für Ihr Bemühen um gerechte Arbeitsbedingungen. Das soziale Gewissen hat grosse Früchte getragen.

Diese Ausführungen von Hans Lander zeigen, dass in den 50-er Jahren des letzten Jahrhunderts eine Organisation für die sogenannten Friedhofwärter nötig war. Heute hat sich der Verband gewandelt; die Festlegung der Richtpreise für eine Graböffnung ist zwar immer noch Aufgabe des Verbandes, doch sind heute auch andere Berufe und Interessierte, welche rund um Friedhof und Tod zu tun haben, im Verband als Mitglieder willkommen.